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Die Namen des Windes

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Beim letzten Mal haben wir erkannt, dass der Wind im Prinzip immer die gleiche Ursache hat: einen Luftdruckunterschied zwischen zwei Orten, der die Luft veranlasst, vom hohen zum tiefen Druck zu fließen. Heute wollen wir uns mit den vielen unterschiedlichen Namen und damit auch Erscheinungsformen des Windes beschäftigen.

Zum einen haben die Menschen dem Wind unterschiedliche Namen gegeben, um damit die Windstärke auszudrücken. So zum Beispiel in der Beaufort-Skala, die wir schon kennen. Hier gibt es die Brise, den Wind, den Sturm und den Orkan. Wenn ein Meteorologe nun sagt, der Wind habe Orkanstärke. Dann wissen alle: Der Wind hat eine Geschwindigkeit von mindestens 120 km/h, also in etwa so schnell wie ein Auto auf der Autobahn! Ein kräftiger Wintersturm in Europa erreicht häufig Orkanstärke.

Zum anderen unterscheiden die Meteorologen Winde anhand ihrer Entstehungsgeschichte. Je nach Ursache des Windes haben wir es mal mit einem riesigen Windfeld zu tun oder aber nur mit einem sehr begrenzten Gebiet, in dem der Wind auftritt.

Der Hurrikan

Hurrikan Isabel am 25.7.2003 Der Hurrikan zum Beispiel ist ein mächtiger tropischer Wirbelsturm. Er hat eine Ausdehnung von mehreren 100 Kilometern und zieht tagelang über das Meer. Der Wind in einem Hurrikan erreicht Geschwindigkeiten von über 200 Kilometern pro Stunde. Trifft der Hurrikan irgendwann auf bewohnte Küsten, dann richtet er dort oft schlimme Schäden an, zumal er auch noch von heftigen Regenfällen und Sturmfluten begleitet wird. Solche Hurrikane erkennt man auf Satellitenbildern an dem riesigen Wirbel, in dessen Mitte ein wolkenfreies und windstilles sogenanntes "Auge" zu finden ist. Der Hurrikan tritt nicht bei uns auf, sondern nur in Gebieten, wo das Meerwasser eine Temperatur über 26 Grad hat. Solche Temperaturen werden in den wärmeren Gegenden unserer Erde erreicht, wo die Sonne hoch am Himmel steht. Über dem Meer wird der Hurrikan ständig mit neuer feuchtwarmer Luft gefüttert, aus der er seine Energie bezieht. Beim Auftreffen auf Landgebiete fehlt der Energienachschub und der Hurrikan schwächt sich dann langsam ab.

Der Tornado

Ein Tornado in den USA Eine weitere imposante aber auch gefährliche Erscheinungsform des Windes ist der Tornado. Bei bestimmten Bedingungen bildet er sich während eines Gewittersturms. Aus der Gewitterwolke senkt sich dann ein schlauchartiges Gebilde in Richtung Erde, in dem extreme Windgeschwindigkeiten von mehreren 100 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Der Tornado hat meist nur einen Durchmesser von weniger als 100 Metern und dauert oft nur wenige Minuten. Aber seine Kraft reicht aus, um Gegenstände und auch Lebewesen mit sich in die Höhe zu reißen. Tornados hinterlassen zwar nur eine schmale Spur der Verwüstung, aber in dem betroffenen Gebiet sieht es hinterher aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen.

Tornados gibt es besonders oft und mit einer bemerkenswerten Intensität in bestimmten Gebieten der USA, den sogenannten Great Plains (eine weite, ziemlich ebene Landschaft am Fuße der Rocky Mountains). Dort sind die Bedingungen zur Bildung von Tornados besonders im Frühjahr ideal. Durch besonders trockenkalte Luft in der Höhe und schwülheiße Luft in Bodennähe können sich extreme blumenkohlförmige Haufenwolken auftürmen, die dann bisweilen einen Tornado produzieren. Tornados können übrigens auch bei uns in Europa auftreten. Meist sind sie bei uns nur relativ schwach, gelegentlich aber auch durchaus so stark wie ihre amerikanischen Brüder. In Deutschland werden Tornados landläufig als Windhose, oder, wenn sich der Rüssel über einer Wasserfläche befindet, als Wasserhose bezeichnet. Eine einheitliche Bezeichnungsweise als "Tornado" wird aber auch in Deutschland angestrebt. Ob Tornado, Wind- oder Wasserhose: Die Energie dieser Sturmart reicht fast immer aus, um Häuser abzudecken und Bäume umzuknicken wie Streichhölzer.

Unterschiede und Besonderheiten in der Namensgebung

Die Namensgebung ist natürlich auch nochmal von Land zu Land unterschiedlich. Unser Hurrikan heißt in englischsprachigen Ländern Hurricane (sprich: Harrikäin) und in Asien Taifun. Dieser Name kommt aus dem chinesischen und bedeutet "großer Wind". In Indien nennt man solche Wirbelstürme Zyklonen und am einfallreichsten waren die Australier. Dort heißt der Hurrikan Willy-Willy.

Seit den 50er Jahren geben die Meteorologen in Deutschland allen Hoch- und Tiefdruckgebieten Namen. Die Zeitungen berichten dann z.B. von dem "Orkan Lothar", "Sturmtief Barbara" oder "Hoch Susanne". Die Amerikaner bennen ihre Hurricanes ebenfalls mit Vornamen. Besonders schlimme Wirbelstürme waren "Hurricane Andrew" und "Hurricane Mitch".

Zuguterletzt gibt es noch regionale Bezeichnungen für Winde mit bestimmten Eigenschaften. Wahrscheinlich hast Du schon einmal vom Föhn gehört. Dieser warme und trockene Wind tritt auf der dem Wind abgewandten Seite (der Leeseite) von Gebirgen (z.B. den Alpen) auf. Mistral, Chinook oder Shamal sind weitere Winde in bestimmten Regionen. Aber mit solchen regional auftretenden Winden beschäftigen wir uns ein anderes Mal. Euer Paul!


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