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Der Nebel

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Alljährlich im November steht sie wieder vor der Tür, die dunkle und trübe Jahreszeit. Oft wachen wir dann am Morgen auf und sehen beim Blick aus dem Fenster statt des gewohnten Nachbarhauses nur eine grau-milchige Nebelwand. Unsere Vorfahren gaben dem Monat November wegen des häufigen Auftreten von Nebel zu dieser Zeit des Jahres sogar den Namen Nebelung. Wie kommt es, daß uns vor allem im Herbst aber auch im Frühling so häufig die Sicht durch diese wabernden Nebelschwaden versperrt wird? Das wollen wir dieses Mal herausfinden.

Was ist Nebel?

Eigentlich ist Nebel nichts anderes als eine Wolke, die am Erdboden aufliegt. Es sind Abermillionen von winzigen Wassertröpfchen, die das Sonnenlicht, aber auch das Licht zum Beispiel von Autos, fast völlig verschlucken. Übrig bleibt ein grau-weißer Schleier, der oftmals vor allem im Straßenverkehr zu gefährlichen Situationen führen kann.

Die Luft, die uns umgibt, besteht, wie wir schon in einem früheren Beitrag gelernt haben, aus winzigen Molekülen. Der größte Teil davon sind Stickstoffmoleküle und Sauerstoffmoleküle. Eine gewisse Menge von winzigen, für uns nicht sichtbaren Wassermolekülen kann sich ebenfalls in der Luft befinden. Diese Menge hängt stark davon ab, wie warm die Luft ist. In warmer Luft können sich viel mehr Wassermoleküle lösen als in kalter. Das kann man sich in etwa so vorstellen, wie eine Tasse Kaffee, in die man viel Zucker schüttet. Die Zuckerkristalle lösen sich in der Flüssigkeit auf, aber nur bis zu einer bestimmten Menge. Ist der Kaffee mit Zucker gesättigt, fällt der überschüssige Zucker aus und sinkt, weil er schwerer als der Kaffee ist, zu Boden. Der Chemiker nennt so etwas eine gesättigte Lösung. Bei der Nebelbildung ist es ähnlich: die kälter werdende Luft erreicht an einem bestimmten Punkt Sättigung, überschüssiges Wasser kondensiert und wird zu sichtbaren Wassertröpfchen. Weil diese mikroskopisch kleinen Wassertröpfchen sehr leicht sind, schweben sie in der Luft und bilden den undurchdringlichen Nebel. Der Begriff Kondensation bedeutet nichts anderes, als dass Wasser vom gasförmigen, unsichtbaren Zustand in den flüssigen, sichtbaren Zustand übergeht.

Dichter Nebel im Winter auf dem Brocken im Harz
Abbildung: Dichter Nebel im Winter auf dem Brocken im Harz. Auf dem Brocken gibt es pro Jahr im Durchschnitt mehr als 300 Nebeltage. Damit ist der Brocken der nebelreichste Ort in Deutschland.


Je kälter die Luft, desto weniger Feuchtigkeit

Wir haben gesehen, dass die Luft kälter werden muß, damit Nebel überhaupt entstehen kann. Im Herbst ist es nun so, dass sich in der Luft über Tag, wenn sie noch relativ warm ist, z.B. durch Verdunstung vom Erdboden oder von Wasserflächen jede Menge Wasser anreichern kann. Die Nächte sind nun schon sehr lang, und vor allem bei schönem Wetter, wenn also keine schützende Wolkendecke vorhanden ist, kühlen sich der Erdboden und damit auch die darüber liegenden Luftschichten nach Sonnenuntergang stark ab. Dadurch sinkt die Menge an Wassermolekülen, die gasförmig in der Luft vorhanden sein können. Die Feuchtigkeit kondensiert und es bildet sich Nebel.

Geht am Morgen die Sonne auf und erwärmt die Luft und den Erdboden wieder, dann kann sich wieder mehr Feuchtigkeit in der Luft lösen und die Wassertröpfchen können wieder vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergehen. Der Nebel verschwindet im Laufe des Tages. Im Winter kann es allerdings vorkommen, dass die Kraft der Sonne nicht ausreicht, den Nebel wieder zu verdunsten. Dann ist es oft tagelang nebelig und trübe.


Nebel in den Tälern, Sonne in der Hochlagen

Meist reicht der Nebel gar nicht besonders hoch, sondern entsteht vor allem in den unteren Luftschichten, die Kontakt zum besonders kalten Erdboden haben. Im Gebirge kommt es daher häufig vor, daß auf den Bergen die Sonne scheint und die Sicht hervorragend ist, während man von dort die in den Tälern wabernden Nebelmassen beobachten kann.

Den Nebel, den wir dieses Mal besprochen haben, nennt man Strahlungsnebel, weil er entsteht, wenn der Erdboden nachts Wärme abstrahlt und sich und die darüber liegenden Luftschichten dadurch abkühlt. Es gibt noch andere Nebelarten. Das Grundprinzip ist aber immer gleich. Die Luft kühlt sich ab und die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit kondensiert. Nebel entsteht.


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